Concept Store – Stoff&Schnaps.
Die Gründer im Interview.

Döner-Buden. 1€-Geschäfte. Aneinander gereihte Friseure. Telefonanbieter. Die Klassiker. Sie gehören einfach in’s Straßenbild. Wir laufen meist achtlos an ihnen vorbei. Nicht so aber am Schlossberg. Hausnummer 15-17. Hier entwickelt sich ein Kultort. Ein sogenannter Concept Store, heimisch an Ort und Stelle seit Oktober ’17.

 

Dienstag, 10. April 11 Uhr.

Jan und Maurice haben heute Zeit mir ihren Store zu zeigen und ein bisschen darüber zu quatschen. Während sie noch ein paar Kleinigkeiten herrichten, schaue ich mich schon mal etwas um…

Beim Betreten des Stores erfasst man sofort, dass hier Klamotten angeboten werden. Die zwei bekleideten Schaufensterpuppen auf einer Seite lassen einen wissen, hier gibts sowohl für Jungs als auch für Mädels ein Angebot. Ich finde verschiedene Shirts, Jacken, Sneakers, Caps aber auch Armbanduhren. An der Fensterfront hinter den Klamotten erspähe ich außerdem Rucksäcke und Taschen. Von allem eine feine Auswahl. „Wenn etwas nicht in der gewünschten Größe aushängt“, so sagt man mir, „einfach nachfragen“.

Blickt man von der Eingangstür geradeaus durch, so lässt sich die Theke mit dem dahinter platziertem Alkoholregal, im hinteren Bereich, nicht übersehen. Es ähnelt vielmehr einer Bar. Der Anblick lockt an und zieht einen tiefer in den Store hinein. „Wir sind gleich so weit“, sagt Maurice. Das kommt mir zugute, denn so habe ich Zeit mir vorab noch die zweite Etage anzuschauen. Im hinteren Bereich, rechts von der Theke, führen ein paar Stufen hinab ins Untergeschoss. Hier sind die Spirituosen beherbergt. An den Wänden entlang, große Regale mit Alkohol. Etwas dunkler gehalten als die obere Ebene, verleiht der Raum ein gemütliches Gefühl. Man kann sich in Ruhe umschauen und fühlt sich nicht gehetzt. „Die Auswahl soll aber nicht abschrecken. Wir setzen großen Wert auf eine persönliche und ausführliche Beratung wenn es gewünscht wird und geben auch Hilfe zu Entscheidungen“, sagt mir Jan nebenbei.

Wie ich später erfahre ist Gin der Hauptfaktor im Angebot, unter anderem aus dem Grund, weil Jan den Goldjunge Gin eigens kreiert und auf den Markt gebracht hat. Natürlich gibt es aber auch andere Spirituosen. Ich entdecke diverse Wodka Sorten. Whiskey. Rum. Tequila. Auch Infusions sind dabei. Am Ende eines Regals finde ich obendrein besondere Craft Beers. Beim weiteren stöbern entdecke ich noch eine feine Auswahl an Weinen. In der anderen Ecke, das Tonic Water. Klar, das darf bei der Gin-Auswahl, die hier geboten wird, nicht fehlen.

Unter den verschiedenen Alkoholika fällt mein Blick auf ein Regal, das sich ein wenig von den anderen abhebt. Hier sind keine Flaschen platziert. Ich sehe schnieke Gläser und schönes Cocktail Zubehör. In der Mode würde man von Accessoires sprechen.

Die Mitte des Raumes wurde freigelassen für drei große Tische mit den Stühlen ringsherum. Darauf eine Auswahl an verschiedenen Spirituosen. Hier finden wohl die Tastings statt, von denen ich bereits gehört hatte.

Hier heißt es nicht HÖHER. SCHNELLER. WEITER., sondern vielmehr PERSÖNLICHER. WERTHALTIGER. SPANNENDER.

Ich erfahre, dass die Geschichte des Stores seinen Ursprung in der Herstellung des Goldjunge Gin findet. Wie bereits erwähnt, selbst von Jan kreiert und auf den Markt gebracht. Nach einer Auszeit und vielem Rumreisen im Ausland kam Jan schließlich mit der Idee eines Concept Stores nach Pforzheim zurück. „Wir waren immer in Kontakt, haben uns dann getroffen und über das Konzept geschnackt und sind dann für den Vertrieb von Goldjunge zusammen durch Deutschland gefahren. So kam alles ins Rollen“, berichtet mir Maurice, der Co-Gründer.

Zwei Jungs mit viel Leidenschaft und Herzblut. Sie geben dem Store eine Seele. So ist auch immer einer der beiden dort anzutreffen. Im persönlichen Gespräch erzählen sie dir gerne von ihrem Sortiment aber auch von der Story die hinter ihrem Store steckt.

Wie sie ihr Konzept selbst beschreiben und wie sie zu Pforzheim stehen erfahrt ihr im folgenden persönlichen Interview:

Stoff&Schnaps ist ein sogenannter Concept Store. Dieser Begriff mag vielleicht für den ein oder anderen etwas diffus sein. Was ist euere eigene Definition eines Concept Stores?

Bei einem Concept Store überschreitet man gewisse Branchengrenzen und kombiniert durchaus auch mal Produkte, die auf den ersten Blick nicht unmittelbar zusammenpassen. In Summe vereinen sich solche Produkte aber wiederum, weil es zumal Produkte sind, die man nicht überall bekommt. Nischenprodukte mit einer Story dahinter, kreiert von individuellen Menschen mit sehr viel Herzblut. Ein wichtiges Thema bei Concept Stores ist immer, dass man weg vom Mainstream und dem Massenangebot möchte, sondern mehr Wert auf Persönlichkeit und Einzigartigkeit legt. Man ist viel näher am Produkt.

Euer Konzept spiegelt sich in eurem Namen Stoff&Schnaps wider. Wenn mich also jemand fragt, was hier angeboten wird, dann antworte ich „Stoff und Schnaps“, oder wie kann man das noch etwas präziser ausdrücken? Wie beschreibt ihr euer Konzept?

Also im Endeffekt ist es eine Verbindung aus Lifestyle. Mode ist Lifestyle und Alkohol ist Lifestyle, so lange man es nicht übertreibt. Wir vereinen Dinge zum Wohlfühlen und Dinge mit gutem Geschmack. Wir bieten einfach ein großes Spektrum an verschiedenen Produkten, die einen einladen und dazu animieren Neues zu entdecken. Klamotten, Spirituosen und ein paar Grenzgänger, um den Horizont zu erweitern. Spirituosen und Klamotten werden aber immer unser Grundbaustein bleiben. Alles andere routiert. Wir möchten immer etwas neues haben, etwas peppiges.

Und nicht zu vergessen, wir bieten auch Tastings an. Das Geschmackserlebnis spielt hier auch eine große Rolle. Das bedeutet, dass hier nicht nur Spirituosen verkauft werden, sondern auch probiert werden darf. Wir wollen den Leuten Wissen vermitteln und die Produkte näher bringen. Der Kunde soll wissen was er konsumiert, wie er es am besten konsumiert und was dahinter steckt. Die Spirituosen einfach nur in’s Regal zu stellen reicht nicht aus. Dasselbe gilt natürlich auch für den Klamottenbereich. Auch hier spielt das Material und die Herstellung eine Rolle.

Unter den Klamotten finden sich nicht nur Teile für Jungs, sondern auch für Mädels…

Richtig. Wir haben Klamotten für Mädels zwar seit Anfang an da, haben das jetzt aber so peu à peu verstärkt. Das werden wir in Zukunft auch weiterhin hier etablieren. Theoretisch sind ja auch die Jungsstyles, die wir da haben, zum Teil unisex. Einen Hoodie kann ein Mädel genauso gut tragen, wenn sie es etwas lässiger mag. Die Klamotten für Mädels werden immer ein bisschen lässig, locker und leger sein. Das ist unsere Sprache und das passt hier ganz gut rein.

Seid ihr eigentlich waschechte Lokalpatrioten oder Zuzügler?

Wir sind beide in Pforzheim aufgewachsen und haben hier die meiste Zeit unseres Lebens verbracht.

Concept Stores kennt man vor allem aus trendigen Großstädten. Wie kommt man auf die Idee ausgerechnet in Pforzheim einen zu eröffnen?

Diese Frage wird uns oft gestellt. Wir haben den Standort hier mit Absicht gewählt, weil wir hier viel Potenzial sehen. Wir werden darin auch bestärkt, weil wir positives Feedback bekommen und sich die Leute über unser Angebot freuen. Die Stadt braucht sowas einfach. Wenn alles aus Pforzheim abwandern würde, dann kann aus der Stadt ja schließlich nichts werden. Es gibt hier auf jeden Fall einen Markt. Die Leute sind super happy wenn sie nicht mehr zwingend nach Karlsruhe oder Stuttgart fahren müssen. Wir haben auch teilweise das Phänomen, dass die Leute aus Rastatt und aus anderen Städten hier her kommen. Außerdem kommt der Goldjunge aus der Goldstadt, der hat hier sein Zuhause gefunden, hier kommt er her und hat sein Headquarter.

Die meisten Studenten ziehen nach ihrem Studium entweder zurück in ihre ursprüngliche Heimat oder es zieht sie in andere Städte, da sie denken Pforzheim wäre perspektivenlos. Wie seht ihr das?

Ja mit Sicherheit hat Pforzheim so seine Probleme, wie andere Städte eben auch. Pforzheim ist natürlich schon ein etwas spezieller Fall, aber man darf nicht vergessen, wir haben genügend Global Players, interessante Industriefirmen und zudem gibt es sehr wohlhabende Leute in der Stadt. Also hier ist schon noch einiges zu erreichen. Wenn ich in eine Stadt wie Berlin oder München gehe, dann muss ich mich da auch erst mal durchboxen. In Pforzheim, wenn man es clever anstellt, hat man durchaus die Möglichkeit etwas zu erschaffen. Außerdem gibt es hier genügend schöne Plätze, man muss nur wissen wo man sie findet. Schlechte Seiten gibt es in jeder Stadt. Wenn man alles schwarz malen will, dann schafft man das auch.

Was ist euer absoluter top Favorit hier in Pforzheim? Euer Lieblingshotspot?

Das Ozon. Es könnte in jeder anderen Stadt stehen, es hat einfach Charme und einen eigenen Charakter. Wir sind dort tagtäglich zum frühstücken, mittags zu einem Café und abends für ein paar Drinks. Und wer elektronische Musik mag, wird dort am Wochenende verwöhnt.

Wir wollen ja ehrlich sein – Hand aufs Herz – was gefällt euch an Pforzheim so rein gar nicht?

Konzeptionelle Geschichten. Zum Beispiel sollte mehr um die Flüsse herum passieren. Sodass man dort noch besser verweilen kann. Andere Städte haben keine Flüsse und nutzen das bisschen Wasser was sie haben trotzdem besser als wir.

 


Für mich perfekt um sich inspirieren zu lassen, neue Drinks auszuprobieren, individuelle Geschenke zu finden oder sich selbst etwas Gutes zu tun. Eine Alternative für all diejenigen, die der Masse entkommen möchten und ein besonderes Piece für sich ergattern möchten. So etwas hat in Pforzheim mit Sicherheit noch gefehlt.
Schön dass es euch gibt Jungs!

Besucht Stoff&Schnaps im Web:


Homepage: www.stoffundschnaps.store
Facebook: https://www.facebook.com/stoffundschnaps.store/
Instagram: https://www.instagram.com/stoffundschnaps.store/
Online Store in Kürze (ab Mai)

Besucht Stoff&Schnaps offline:


Schlossberg 15-17
75175 Pforzheim

Öffnungszeiten: Di – Sa: 11:00 bis 20:00 Uhr

Vom Bahnhof 1 min Fußweg.
Vom Leo 5 min Fußweg.

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