Newies aufgepasst: Ratgeber Studienbeginn

Einige Dinge werden sich im Studium ändern. Viele um genau zu sein. Alles. Im Folgenden ein paar Tipps und Hinweise für alle Studienbeginner unter euch.

 

  • Im Studium gibt es keine Noten mehr so wie du es von der Schule her gewohnt bist. Es gibt folgende Benotungen: 1,0 – 1,3 – 1,7 – 2,0 und so weiter, die .,5 Note wird ausgelassen. Zusätzlich wird anhand von Credit Points gewertet.
  • Studenten klatschen für einen Applaus nicht in die Hände. Sie klopfen mit den Fingerknöcheln auf die Tische.
  • Gehe zu allen Einführungsveranstaltungen. Auch wenn sie keine Pflicht sind. Nicht unbedingt immer wegen der Veranstaltungsinhalte selbst, sondern vielmehr geht es ums Kennenlernen. Jeder ist noch neu zu Beginn. Aber das ändert sich schnell. In der ersten Woche kannst du vieles über deine Kommilitonen lernen. Von Anfang an den Laden mitzumischen – unterhaltungstechnisch so wie weiterbildungstechnisch – ist wichtig für deine soziale Integration.
  • Für die Studiengänge gibt es unterschiedliche Prüfungsordnungen. Auch Studenten des gleichen Studiengangs in höheren Semestern studieren manchmal in einer anderen PO. Deshalb sollte man nicht immer gleich das Gehörte auf sich selbst beziehen. Fristen und Prüfungen können unterschiedlich sein. Falsche Infos kursieren schnell.
  • Bewirb dich in einer Initiative und tritt ihr bei. Es kann dir nichts besseres passieren. Lies dir dazu diesen Artikel über die Studenteninitiativen durch. Du lernst neue Freunde kennen. Kommst mal raus aus deinem Studiengang-Klan. Du hast dadurch Zugang zu Studenten aus höheren Semestern. Das bedeutet: Tipps. Alte Skripte. Notizen und Aufschriebe. Hilfe bei Prüfungen und Alltagsproblemen. Jede Menge Spaß.
  • Eingeschrieben. Semester hat begonnen. Du wohnst immer noch zu Hause? Änder das so schnell es geht. Ein Studium mit einem schönen Zuhause ist wichtig. Du musst dort deine Batterien aufladen und dich pudelwohl fühlen. Das geht auch in einer eigenen Wohnung, einer WG oder im Studentenwohnheim. Du erlebst dein Studium so auf eine ganz andere Art und Weise. Wenn es der Geldbeutel also erlaubt, dann mach das auf jeden Fall.
  • Lass dir dein Studentenausweis in der Cafeteria automatisch monatlich mit Geld aufladen. So stehst du nie umsonst in der Mensa-Schlange um dann festzustellen, dass du kein Geld mehr drauf hast.
  • Die erste Vorlesung ist vorbei und der Prof hat einiges an Literatur genannt. Sofort stürmen alle gleich in die Bibliothek und wollen sich ALLE Bücher ausleihen. Es kann vorkommen, dass einige Bücher nur in einer begrenzten Auflage vorhanden sind, daher der Ansturm. Newies neigen dazu, sich mehr Bücher auszuleihen, als dass sie tatsächlich benötigen. Aber es fehlt eh an Zeit, um sie alle studieren zu können. Ist eine Lektüre allerdings Pflicht, weil der Prof das Buch zum Beispiel anstelle eines Skriptes verwendet, so sind im Normalfall auch ausreichend Bücher vorhanden. Ansonsten gilt in erster Linie das Skript. Alle weiteren Bücher können für ein besseres Verständnis gut sein, sind aber was den klausurrelevanten Stoff betrifft meist nicht so wichtig.
  • Mach dich gefasst auf neue Strukturen in deinem Alltag. Unterschiedliche Vorlesungszeiten. Unterschiedliche Tagesabläufe.
  • Es gibt Profs, die ziehen ihr Ding strickt durch. Gemeint ist der Vorlesungsstoff. Es ist ihnen gleich, ob du in die Vorlesung vorbereitet kommst oder nicht. Wiederum andere stellen hintertückische Fragen und testen dich. Im Großen und Ganzen wird jedoch viel Wert auf Selbständigkeit gelegt.
  • Jedes Semester musst du dich erneut rückmelden und deine Studiengebühren überweisen. Damit erklärst du dich bereit, dein Studium im kommenden Semester weiterzuführen. Es gibt dafür Fristen bis wann das Geld überwiesen sein muss. In der Regel erhältst du eine Mail dazu.
  • Auch wenn sich Studieren immer nach Spaß anhört und du den Vorurteilen gegenüber den Studenten vollen Glauben schenkst, so solltest du dein Studium auch ernst nehmen. Strategisch und clever vorgehen ist wichtig. Irgendwann willst du deinen Abschluss in der Hand halten. Dein Studium ist nun dein neuer Vollzeitjob.
  • Die Studienzeit wird eine der spannendsten Phasen in deinem Leben sein. Sei dir dessen bewusst. Deine Persönlichkeit wird sich während deiner Studienzeit enorm entwickelnd und verändern. Es verändert dein Leben.
  • Ein Start ins Studium ist meist etwas holprig. Ganz normal. Da muss jeder durch. Und das ist auch gut so, denn jeder muss seine Erfahrungen selbst sammeln. Mach dich niemals verrückt. Du wirst in alles hinein wachsen.
  • Zwar sind Uni-Studenten häufiger noch etwas mehr aufgeschmissener beziehungsweise verlorener als du an einer Hochschule – hier kümmert man sich noch um dich – aber trotzdem liegt es an dir selbst. Du bist nun selbst verantwortlich für deine Organisation. Es werden keine Hausaufgaben mehr kontrolliert. Deine Laufbahn liegt allein in deinen Händen.
  • Sei dir gewissen Fristen im Studium bewusst. Man kann entweder so vor sich her studieren und alles auf sich zukommen lassen. Das ist auch ok. Oder eben alles genau planen. Ein Mittelweg wäre perfekt. Lege dir zumindest die wichtigsten Stationen im Studium fest. Wenn du zum Beispiel unbedingt ein Auslandsemester in einem bestimmten Land machen möchtest, so geht das nur unter gewissen Bedingungen und Voraussetzungen. Ein Praxissemester kann zwangsverschoben werden, wenn du nicht alle Prüfungen deines Grundstudiums abgelegt hast. Und so kann es noch weitere Vorschriften geben, die du verpasst und die dir dann einen Strich durch die Rechnung machen.
  • Gott sei Dank kann man Prüfungen schieben. Was das heißt? Generell solltest du jede Prüfung ernst nehmen. Vor allem im Grundstudium solltest du die Prüfungen so absolvieren, wie sie auch angesetzt sind, weil du sonst in den Zweit- und Drittversuch rutschen kannst. Das hat Auswirkungen auf deinen weiteren Studienverlauf. Nach deinem Grundstudium hast du aber zum Glück etwas Spielraum. Du musst nicht zwingend an den Prüfungen teilnehmen, die für das aktuelle Semester angedacht sind, sondern kannst sie in ein anderes Semester verschieben.
  • Fahre nicht jedes Wochenende nach Hause. Wie willst du so den Anschluss finden? Zeige dich auch sonst kontaktfreudig. Ziehe dich nicht sofort nach der letzten Vorlesung zurück. Geh mit anderen einen Kaffee trinken. Ein Bierchen zischen. Geht zusammen in die Mensa. Spätestens wenn du auf Vorlesungsmaterial zurückgreifen musst, dass du selbst verschlampt hast oder das du gar nicht besitzt, weil du nie in der Vorlesung warst, brauchst du Freunde. Man fährt einfach in allem besser wenn man sozial gut integriert ist.
  • Jedes Semester beinhaltet eine Krise. Eine Krise in der du feststellst, dass die typischen Vorsätze dahin sind. Völlig normal.
  • Wenn du denkst, du hast für dein Abitur viel lernen müssen dann aufgepasst. Im Studium schreibst du pro Semester durchschnittlich 7 Prüfungen (Fakultäten Technik und Wirtschaft & Recht). Verteilt auf zwei Wochen. Je nach Studiengang können es auch mehr sein. Zum Beispiel 11.  Jede Prüfung hat in etwa den Umfang eines ganzen Abiturs. Viel Spaß. Zwischen Schule und Studium liegen Welten.
  • Während du in studiengangspezifischen Fächern inmitten einer Gruppe von 25 Stunden sitzt können es bei allgemeinen BWL-Fächern oder Analysis schon mal mehrere hunderte von Studenten sein.
  • Ferien sind nicht gleich Ferien. Sondern vorlesungsfreie Zeit. So heißt es zumindest überall. Falsch. Mag so nach außen hin kommuniziert werden. Aber keine Angst. Wenn du gut organisiert bist, dann hast du auch etwas von den Ferien. Ganz so schlimm ist es nicht.
  • Nach dem Abitur wissen viele nicht, welche berufliche Laufbahn sie einschlagen sollen. Mit deinem Studium hast du eine weitere Tür geöffnet. Noch stehst du am Anfang und hast noch ausreichend Zeit dir weitere Gedanken zu machen was nach dem Studium kommen soll. Aber du glaubst nicht, wie viele Studenten ihren Abschluss in der Tasche haben und dann immer noch nicht arg viel schlauer sind. Meist wird dann erst mal gejobbt. Egal was. Hauptsache Geld verdienen. Oder aber man ergattert einen Masterstudiumsplatz. Juhu, weiter studieren. Je früher du dir darüber klar wirst wohin die Reise gehen soll, desto besser kannst du auch dein Studium organisieren und gestalten. Zum Beispiel kannst du so von Beginn an die richtigen Wahlfächer für dich auswählen.
  • Übrigens es heißt nicht Studenten, sondern Studierende. Aber darauf lege ich in diesem Blog keinen Wert. Nur für dich als Info.
  • Vergleiche dich nicht mit anderen. Jeder lernt anders und wird andere Fortschritte machen und sich anders in seinem Studium entwickeln. Vorbilder darfst du dennoch haben.
  • Dein neuer Lieblingssatz als Student: „Das ist nicht klausurrelevant.“
  • Schreibe Perfektionismus ab und setze Prioritäten. Aber richtig. Alles 100%-ig gut zu können ist unmöglich. Ein komplettes Fach inhaltlich zu 100% abzudecken, beinahe unmöglich. Gute Studenten macht aus, dass sie den richtigen Stoff lernen. Du musst eine kluge Auswahl treffen und dich auf das Wichtigste fokussieren. Hinten raus kannst du dann immer noch die Lücken füllen.
  • Lerne möglichst schnell zu Beginn des Semestern den Unterschied zwischen Anwendungsfächern und Auswendilernfächern kennen. Bei Ersterem solltest du unbedingt die Vorlesungen besuchen und ab einem gewissen Punkt regelmäßig an der Sache dran bleiben. Bei Auswendiglernfächern kannst du guten Gewissens die ein oder andere Vorlesung sausen lassen und dich auf wichtigere Dinge konzentrieren. So kannst du Zeit sparen und schwere Fächer besser managen.
  • Es gibt keine vorlesungsfreie Zeit vor den Prüfungen in der du dich für die Prüfungen vorbereiten kannst. Oft hauen die Profs bis zur letzten Vorlesung noch neuen Stoff raus. Und rate mal. Auch der ist klausurrelevant.
  • Wenn du an Vorlesungen teilnimmst bist du nicht automatisch auch zur Prüfung angemeldet nur weil es für dein Semester so vorgesehen ist. Du musst dich eigenständig dazu anmelden. Du wirst per Mail an den Zeitraum erinnert in welchem du dich anmelden kannst. Verpasst du die Frist musst du für nachträgliches Anmelden, sofern es noch möglich ist, eine Gebühr bezahlen.

That’s it! Viel Spaß bei deinem Studium!