#4 | Nordstadt:
heimelige Location

Zum ersten Teil der Artikelreihe "Pforzheimer Stadtteile"

 

Die Nordstadt hatte wohl am stärksten unter dem Bombenangriff 1945 zu leiden. Die Zeichen der Verwüstung sind hier am deutlichsten erkennbar. Zwischen dem Hauptbahnhof und der Hohenzollernstraße wurden alle Häuser zerstört. Ausnahme bildet die Zähringerallee mit seinen Häusern aus der 19. und 20. Wende. Das Straßenbild ist dort vom Wohnungsbau der 50er und 60er Jahre geprägt. Ein Spaziergang durch das Viertel wird zum architektonischen Wechselspiel.

Das eigentliche Zentrum der Nordstadt ist der Bereich um die Kreuzung der Christophallee mit der Hohenzollernstraße. Hier findet man einige übliche Alltagsgeschäfte. Auf dem Pfälzer Plätzle findet jeden Dienstag und Freitag ein Wochenmarkt statt.

In die Nordstadt gelangt man ganz easy über die Nordstadtbrücke, die Unterführung am Luisenplatz oder die beiden Unterführungen am Hauptbahnhof. Die Bahngleise grenzen die Nordstadt von der Stadtmitte ab. Ebenfalls Teil der Nordstadt ist das gesamte Gewerbegebiet, die Wilferdinger Höhe. Baumärkte. McDonalds. KFC. Fitnessstudios. Und vieles mehr.

Ausflugsziele: Der Wallberg ist hier ein wichtiges Stichwort. Ein natürlicher Berg, der nach der Bombardierung der Stadt mit den Trümmern um weitere fast 40 Meter erhöht wurde. Erinnert ein wenig an den Film „The Englishman Who Went Up a Hill But Came Down a Mountain“. Wie so oft in der Geschichte wird ein solch aufgeschütteter Berg im Volksmund auch „Monte Scherbelino“ genannt. Bei schönem Wetter hat man eine herrliche Aussicht von dort oben. Man blickt auf die Innenstadt, die drei Täler und die angrenzenden Gemeinden. Als Mahnmal befinden sich auf dem Wallberg Edelmetall-Stelen. Sie erzählen die Geschichte der Zerstörung. Funktionalität trifft Kunst. Den Zugang zum Wallberg findet ihr über die Wilferdinger Höhe, gegenüber dem Krankenhaus Siloah.

Auch wenn es makaber klingt, so empfehle ich einen Spaziergang über den Hauptfriedhof in der Nordstadt.  Dieser zählt zu den schönsten Augenstil-Friedhöfen in ganz Süddeutschland. Kulturdenkmal. Die noch aus wilhelminischer Zeit stammende Gartenarchitektur hat künstlerische Bedeutung, während die unterschiedlichen Grabmäler die Vielfalt der städtischen Gesellschaft repräsentieren. Wem das zu gruselig ist, der kann dennoch durch die Parkanlage mit dem uralten Baumbestand flanieren. Und sich freuen, dass er am Leben ist. Kleiner Scherz.

Noch so ein Rapunzelturm wie in der Oststadt findet man auch in der Nordstadt vor. Der 7 Meter hohe Hachelturm aus dem Jahre 1904. Noch ein schöner Aussichtsort zum spazieren.

Hotspot: Mein persönlicher Lieblingsort in der Nordstadt ist das Café Fräulein Orth. Das Café gibt es noch nicht allzu lange. Richtig gemütlich. Perfekt zum Frühstücken.

Wohnen: Bei Studenten ist die Nordstadt heiß begehrt. Findet man hier doch die meisten Studenten-WGs. Beliebt vor allem deshalb, weil man so ziemlich alles zu Fuß machen kann. Bahnhof. Innenstadt. Einkaufsmöglichkeiten. Alles in Nähe. Auch die Mietpreise sind hier angeblich am studentenfreundlichsten.


Blog-Reihe „Pforzheimer Stadtteile“:
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#1 | Einleitung
#2 | Buckenberg, Haidach
#3 | Oststadt
#4 | Nordstadt
#5 | Weststadt, Arlinger, Brötzingen
#6 | Südweststadt, Dillweissenstein, Büchenbronn
#7 | Würm, Huchenfeld, Hohenwart
#8 | Eutingen, Mäuerach