#3 | Oststadt:
Ghetto get’s trendy

Zum ersten Teil der Artikelreihe "Pforzheimer Stadtteile"

 

Die Oststadt ist, städtebaulich gesehen, ein recht heterogener Stadtteil. Umgangssprachlich heißt das so viel wie langweilig. Irgendwie grau. Hier wechseln sich die großen gewerblichen Bauflächen mit Wohnbauflächen, Flächen für die Stadtwerke – wie den Kohlenbunker und das Kraftwerk – Schulen und zum Glück auch Grünflächen – der Enzauenpark und der Oststadtpark –  ab. Das macht das ganze etwas spannender.

Grünanlagen: Die Oststadt hat irgendwie zwei Gesichter. Tolle Grünanlagen bilden the green Island von Pforzheim. Der Enzauenpark. Das ehemalige Landesgartenschaugelände ist Pforzheims größter und attraktivster Park, der sich bis zum Ortseingang Eutingen erstreckt. Im Sommer tummeln sich dort Jogger, Hundehalter, Rentner, Pärchen und Familien. Und Biber. Und Flohmärkte. Ein weiteres grünes Kleinod ist der Oststadtpark zwischen der Lindenstraße und der östlichen Karl-Friedrich-Straße. Eine atmende Insel mitten in der Stadt. Hier lassen sich steinerne Denkmäler zur Geschichte Pforzheims und Grabdenkmäler unter altehrwürdigen Baumriesen finden.

Auch die römischen Ruinen im Kanzlerwald Villa Rustica sollen nicht unerwähnt bleiben. Im Wald befinden sich die Reste eines römischen Gutshofs aus dem 2. Jahrhundert. Fundamente und Mauerreste wurden restauriert und geben noch heute einen guten Einblick in das antike Anwesen. Tafeln informieren die Unwissenden über die einzelnen Gebäude. Aber wie es schon bei Asterix hieß: „Sic transit gloria mundi“ – „So vergeht der Ruhm der Welt“.

Dem Oststadtteil auch zugehörig – der Wartberg. Ältestes Relikt ist der aus dem 14./15. Jahrhundert stammende Wartturm im Nordosten. Der Turm ist noch immer von einer nun nicht mehr ganz vollständigen Ringmauer umgeben. Hat etwas vom Rapunzelturm. Aufgrund der tollen Aussicht über weite Teile der gesamten Stadt erfolgte 1869 ein Umbau zum Aussichtsturm. Ganz in der Nähe das Tierheim. Wer so wie ich Hundeliebhaber ist, kann den Vierbeinern dort etwas Gutes tun und sie ausführen.

Eine sehr coole Location, angrenzend an den Enzauenpark, ist das Gasometer. Das denkmalgeschützte Bauwerk bietet die weltgrößte rundum Panorama Projektion. Zurzeit wird das Kunstwerk Rom 312 des Künstlers Yadegar Asis präsentiert. Auf der Aussichtsplattform steht man in 15 Meter Höhe mittendrin im Geschehen. Selbst für Kunstbanausen ein Highlight!

Ghetto: Das etwas düstere Gesicht. Abgenudelt. Anscheinend etwas kriminell. Glaubt man den Medien, so hat die Oststadt ein paar Leichen im Keller. Wie jetzt? Die Oststadt ist leider auch ein benachteiligter Stadtteil. Die „BILD“ kürte die Oststadt liebevoll zum schlimmsten Problemviertel Deutschlands: „Ghetto mit Gefahrenpotenzial“. Wen es interessiert, der darf das gerne selbst googeln. Soweit von mir.


Blog-Reihe „Pforzheimer Stadtteile“:
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#1 | Einleitung
#2 | Buckenberg, Haidach
#3 | Oststadt
#4 | Nordstadt
#5 | Weststadt, Arlinger, Brötzingen
#6 | Südweststadt, Dillweissenstein, Büchenbronn
#7 | Würm, Huchenfeld, Hohenwart
#8 | Eutingen, Mäuerach