Semesterende: Die letzten Wochen, Tage und Stunden sinnvoll nutzen.

Schluss mit lustig. Die Prüfungsphase steht vor der Tür. Egal was du dir zum Semesterstart vorgenommen hast, in den letzten Wochen eines jeden Semesters werden die Karten neu gemischt. Jetzt gilt es, aus der verbleibenden Zeit das Bestmöglichste herauszuholen.

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.

Die Mehrzahl aller Lehrenden und Ratgeber ist übereingekommen, dass man bezüglich des Lernstoffs ab dem ersten Hochschultag mit 100% dabei sein muss. Das ist verständlich. Nun kannst du aber die Zeit nicht zurückdrehen, wen das bei dir nicht der Fall war. Ab jetzt gilt nicht mehr die „Klasse-durch-Masse-Phylosophie“, sondern es liegt nun an dir die richtigen Prioritäten zu setzen und dich auf das Wichtigste zu fokussieren.

Step 1. Unterscheide Wichtiges von Unwichtigem. Sei produktiv und nicht beschäftigt. Fleißig Unterlagen sortieren. Bücher und Skripte zusammenfassen. Recherchieren. Das Skript in Schönschrift nochmals abschreiben. Hilft das wirklich? Eine gewisse Organisation und Struktur gehört beim Lernen selbstverständlich dazu, aber die Effizienz sollte an erster Stelle stehen.

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Was ist damit gemeint? Schon mal etwas vom Pareto-Prinzip gehört? Es sagt aus, dass nur 20% des Inputs für 80% des Gesamtoutputs sorgen. Folglich bedeutet das, dass sich 80% deiner Klausurnote aus 20% deiner investierten Prüfungsvorbereitung ergeben. Unfair. Man sollte eigentlich in einer Klausur alles aufschreiben dürfen, was man zu Wissen meint, um seine Note verbessern zu können. Als Beweis, dass man auch tatsächlich etwas gelernt hat. In der Realität sieht es leider anders aus. Aber gerade unter Zeitnot kannst du dir dieses Prinzip auch zunutze machen. Finde dazu heraus, welche 20% des Studienfachs dir die 80% der Ergebnisse bringen. Und kümmere dich schließlich nur noch um diese Inhalte.

Das Stichwort lautet: KLAUSURRELEVANT. Alles andere wird eliminiert. Darüber hinaus solltest du die Kernthemen bestimmen. Welche Inhalte bringen in den Klausuren die meisten Punkte? Wenn du von alledem keinen Plan hast, dann frage Kommilitonen deines Studienganges oder aus höheren Semestern. Die Kernthemen eines Studienfachs bleiben meist auch semesterübergreifend dieselben. Anschließend musst du gnadenlos aussortieren. Trimme alles auf absolute Effizienz.

Limitierte Zeit lässt sich auch ins Positive umkehren.

Kommen wir vom Pareto-Prinzip zum Parkinson’schen Gesetz. Es besagt, dass sich die scheinbare Wichtigkeit und die Komplexität einer Aufgabe in genau dem Maß ausdehnen, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Auf magische Weise haben Deadlines den Einfluss darauf, wie lange wir zur Bewältigung einer Aufgabe brauchen. Unter Zeitdruck bist du dazu gezwungen dich auf gewisse Dinge zu konzentrieren. Du hast keine andere Wahl.

Step 2. Konzentriere dich darauf Resultate zu produzieren. Das Ziel: Weniger sinnloser Einsatz, dafür umso leistungsstärker! Stelle dir bei jeder Aktivität die Frage, ob du gerade produktiv oder nur aktiv bist. Nicht einfach drauf loslernen, sondern mit System! Ordne deine Gedanken. Kennst du das, wenn du an den Punkt kommst wo du denkst, „Ach, das bringt doch alles nichts.“, und du feststellst, dass dich deine Lernmethode einfach Null weitergebracht hat? Täglich wuseln dir tausend Dinge im Kopf herum und es werden bis zum letzten Vorlesungstag immer mehr. Eine Strategie muss her.

Die Lösung. Verschaffe dir einen Überblick. Wann schreibst du welche Klausur? Unterscheide zunächst zwischen Auswendiglern-Klausuren und Klausuren, bei denen es um Transferaufgaben geht. Erstere kannst du erst einmal hintenanstellen. Alle übrig gebliebenen nötigen Lernunterlagen sammelst du und zerteilst sie in Arbeitspakete verteilt auf die verbleibenden Wochen. Schaffe Orientierung. Es ist nie zu spät mit einer Planung anzufangen.

Lernen bis an die Schmerzgrenze.

Das Planen ist die eine Sache. Das Umsetzen die andere. Lange to-Do-Listen können schädlich sein. Step 3. Reduziere alles auf das Wesentliche und notiere dir nicht mehr als 5 to-Do’s am Tag. Ansonsten siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Wenn du dann hintenraus noch Luft hast für mehr Lernstoff, umso besser. Um jeden Tag direkt klar starten zu können, ohne groß über die Tagesziele nachdenken zu müssen, hilft es, wenn du dir diese to-Do’s bereits am Abend zuvor notierst. Das spart Zeit und du kannst direkt losstarten.

Dass es gut sein soll, regelmäßige Pausen zu machen, das hört man nicht zum ersten Mal. Im Lernstress legt man darauf allerdings nicht so viel Wert. Zeit für dich selbst ist aber wichtig. Zeit zum Durchatmen. Neue Kräfte tanken. Bevor man gar nichts mehr auf die Reihe bekommt und total frustriert ist, sollte man sich unbedingt daran halten. 

Wenn alles nichts mehr hilft und sogar deine Gesundheit unter dem Prüfungsstress leidet, solltest du die Notbremse ziehen. Heißt im Klartext, dass du dir überlegst, ob es Sinn macht eine Prüfung zu schieben. Deine Wahl sollte auf ein Fach fallen, das dir am meisten Energie für alle anderen Klausuren raubt und bei dem du am meisten im Rückstand bist.

Resultat.

Wenn du nun einen riesigen Berg mit Lernstoff vor dir siehst und dich fragst, wie du das alles bloß schaffen sollst, dann lautet die Antwort: gar nicht. Du kannst nicht alles schaffen. Teile deinen Tag klug ein und verzettle dich nicht in unnötigen Dingen. Der knappe Zeitrahmen hilft dir, das Unwichtige nicht zum Wichtigen werden zu lassen. Behalte Ruhe, denn an der Zeit kannst du eh nichts drehen.

Was jetzt zählt sind Lerntechnik und Lernmethoden und dass du dich auf reine Produktivität trimmst.

Du schaffst das!!!