Wenn dir dein Studium über den Kopf wächst

Wenn aus der einstmals schönsten Zeit im Leben ein Spießrutenlauf mit Versagensängsten und Dauerstress wird, ist es Zeit, sich Gedanken zu machen. Was läuft falsch? Was kann man daran ändern? Nimm dir ein paar Minuten Zeit und ich erzähle dir, was du machen kannst, um wieder Spaß am Studieren zu haben.

Ich kann nicht mehr. Ich büffle und arbeite hart, bekomme aber für meine Arbeit doch nur eine 3. Ich weiß nicht wie ich das schaffen soll… es wird mir einfach alles zu viel. Keine Ahnung, wie das die anderen machen!? Die gehen auf Partys, saufen, lernen nie und bekommen dennoch ihre 1. Das ist nicht fair! Liegt es an mir – bin ich vielleicht zu dumm? Ich sollte alles hinschmeißen…

Die toxische Dauerschleife

Angst. Schuldgefühle. Zorn. Hoffnungslosigkeit. Lernblockaden. Zweifel. Depressionen. Die meisten von uns kennen sie alle, diese toxischen Gefühle. Kennst du die Situation, in der du denkst, dass du keine Kraft mehr hast, nicht weißt, wie es weiter gehen soll? Man nimmt sich vor, das Studium innerhalb der vorgeschriebenen 6/7 Semester unbedingt zu schaffen. Aber nicht nur das. Auch ein guter Durchschnitt muss her. Herausragend sein, um später tolle Jobs ergattern zu können. Perfektion ist der Standard. Der Leistungsdruck ist unglaublich hoch – und wird zur Stolperfalle. Schafft man es nicht, so wird es in einer Katastrophe enden. Du hast verloren. Alles ist zunichte. Du wirst in der Gosse landen. Oder so.

Diese Gefühle machen sich bemerkbar, wenn der Einfluss der Lebensumstände überhandnimmt. Wenn wir nicht mehr Herr unseres Lebens sind. Unsere emotionale Instabilität wird zur Blockade und hält uns in dieser ausweglosen, negativen, emotionalen Dauerschleife gefangen. Wenn Leute dann erzählen, dass ihre Studienzeit die beste Zeit ihres Lebens war, rollst du mit den Augen. Bullshit. Zu einer anderen Zeit vielleicht. Aber heutzutage? Niemals.

Aufgepasst. Ich sage dir, es stimmt doch. Denn ich kann dasselbe von mir wiedergeben. Es war nicht immer alles leicht im Studium und zwischendurch wollte ich auch einmal aufgeben. Ich habe dadurch vieles gelernt, das mich weiter gebracht hat, das mich durchhalten ließ und mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin.

There is no plan

Das war die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe. There is no plan. Ausrufezeichen. Das Leben ist kein Algebra Problem, das man durch eine Formel lösen kann. Es gibt keinen Masterplan. Kein Patentrezept. Jeder hat sein eigenes Spiel zu spielen. Darum bist du auch kein Versager, wenn du es nicht so machst, wie es andere von dir erwarten. Du bist keine Null, wenn du einen anderen Weg als alle anderen einschlägst. Jeder macht sein Ding. Vergleiche dich niemals mit anderen, denn keiner ist in deiner Situation. Und du weißt auch nicht, welche Ausgangssituation der andere hat. Welche Umstände sein Leben bestimmen.

Und wenn es mal total in die Hose geht? Aufstehen. Krönchen richten. Weiter gehen. Wir lernen mehr für unser persönliches und professionelles Leben, wenn wir auch mal eine falsche Richtung einschlagen, als wenn immer alles glatt läuft. Jeder hat sein Lehrgeld zu bezahlen. Lass dich nicht so schnell entmutigen. Und vor allem, stelle deine Probleme nicht auf ein Podest. Mache sie nicht wichtiger, als sie sind. Du hast eine Arbeit versemmelt? Lecke deine Wunden, dann stehe auf, schau woran es gelegen hat und mach es das nächst Mal besser. So ist das Leben.

Everything sucks sometimes.

Und das ist okay. Das gehört dazu. Es ist wichtig, flexibel zu bleiben, sich nicht etwas vorzunehmen und dann total darüber zu zerbrechen, wenn es nicht klappt. Aus Erfahrung weiß ich dass die Frustrationstoleranz bei sehr vielen wirklich sehr sehr niedrig ist. Du solltest lernen auch mal ein schlechtes Ergebnis als das zu sehen, was es ist. Nämlich EIN schlechtes Ergebnis. Konzentriere dich auf die Dinge, die du gut machst und verbrauche nicht deine wertvolle Energie im geistreichen Zerpflücken deines Versagens. So viele toxische Gedanken machen dich nur steif und du vergisst das Wesentliche. Nämlich nebenher auch noch zu leben. Vergiss nie, du bist dein bester Freund, behandle dich selbst auch so. Mach dich selbst nicht runter, sondern motiviere dich selbst, wie du es mit deinem besten Freund auch machen würdest.

Ich selbst kann ein Lied davon singen, denn ich muss mir oft absoluten Perfektionismus nachsagen lassen. Ein krankhafter Perfektionismus versetzt dich umso mehr in Angst und Schrecken zu scheitern und zu versagen. Er nimmt dir Kraft, blockiert dich und hält dich in dieser toxischen Endlosschleife gefangen. Wichtig ist, emotional stabil zu sein. Emotionale Stabilität erhälst du durch Abwechslung und indem du deinen Kopf auch mal ausschaltest.

Meine Freunde und ich mussten immer lachen. Bei uns galt das Motto. Mindestens 1 Drittversuch sonst hast du nicht richtig studiert. Natürlich ergab sich das eher unfreiwillig, aber es traf tatsächlich bei uns allen ein und dennoch haben wir unser Studium mit Bravour gemeistert.

 

Back to the roots

Was war der Grund, warum du dich für dieses Studium entschieden hast? Was motiviert dich? Was inspiriert dich? Hol dir dieses Gefühl zurück, das du zu Beginn deines Studiums hattest. Es soll dir wieder Spaß machen zu studieren. Wenn du liebst was du machst geht es leichter. Zwar kannst du auf einzelne Ziele hinarbeiten, aber sehe auch das große Ganze vor dir. Suche nach deinem Lebensstil. Entscheide, wie du leben willst und dann, was du tun kannst, um dein Leben danach zu gestalten. Wenn du deine Grenzen respektierst – anstatt so zu tun, als ob sie nicht existieren würden – verringerst du den Stress, wenn deine Ziele beginnen deine Realität zu testen.

Das Studium ist ein wichtiger Teil deiner Lebensgestaltung. Es sollte kein Punkt auf deiner Liste sein, den du einfach abhakst. Ändere deine Einstellung darüber und habe Spaß!

Kleines Einmaleins des Studiums

Hier ein paar Tipps. Von mir für dich.

  • Feile an deinem Zeitmanagement. Plane deinen Tagesablauf. Unterteile ihn in mehrere kleine Aufgaben und arbeite sie stückweise ab. Benutze dafür bewährte Techniken wie Pomodoro oder Eat that frog.
  • Entwickle Gewohnheiten, die dir beim effizienten Lernen helfen können. Geregelter Lernrhythmus. Facebookabstinenz. Handy Aus beim Lernen. Vergiss aber nicht auch Auszeiten und Ruhephasen in deine Gewohnheiten zu integrieren. Ein ausgelassener Abend mit Freunden ist oft förderlicher als eisernes Büffeln.
  • Visualisiere deine Ziele. Wer möchtest du sein? Was möchtest du erreichen? Keine Methode wird dir helfen, wenn du im Kopf deine eigenen Möglichkeiten limitierst. Fokussier dich auf deine Stärken.
  • Hartnäckigkeit schlägt Talent. Spricht für sich. Punkt.
  • Suche dir Menschen, die dich aktiv unterstützen. Freunde, Bekannte, ein Mentor vielleicht?
  • Gönne dir Auszeiten. Das Leben wartet nicht bist du fertig studiert hast. Das Studium ist Teil deines Lebens. Nicht mehr und nicht weniger. Setze danach deine Prioritäten.

Worauf wartest du? Gehe das Ding an. Gestalte dein Leben so wie du es möchtest. Mache deine Studienzeit zur geilsten Zeit deines Lebens! Und hör auf, dich selbst als Versager zu sehen!!